Karl-von-Frisch-Preis-Verleihung 2018
Landesverband Hessen

Führungen

während der Karl-von-Frisch-Preisverleihung 2018 des
Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) in Hessen
am Samstag, den 09. Juni 2018, in Marburg im
Großen Hörsaal des Fachbereichs Biologie, Hörsaalgebäude, Karl-von-Frisch-Str. 8

Synmikro (für Preisträger)

Carlo Klein, Doktorand, Synmikro, Philipps-Universität Marburg

Diese Führung findet im Laborbereich von Synmikro, Uni Marburg, im Verantwortungsbereich von Frau Prof. Dr. Anke Becker statt. "Our research aims at a systems-based understanding of regulatory networks in prokaryotes and the development of tools for synthetic biology. We apply Alpha-Rhizobia and Xanthomonas as model organisms."

Die Labore sind mit modernster molekularbiologischer Technik ausgestattet, was auch eine eindrucksvolle Robotik-Einheit beinhaltet.

Herr Klein hat sein Abitur an der Elisabeth-Knipping Schule in Kassel, einem Beruflichen Gymnasium, gemacht und wurde dort gleichzeitig zum Biologisch-Technischen Assistenten ausgebildet. Er absolvierte einen Bachelor und Master in Biologie an der Universität Kassel und ging für seine Master Thesis („Towards an Improved Quantitative Chromosome Condensation Assay”) für fünf Monate an das Europäische Molekularbiologie Laboratorium (EMBL) in Heidelberg. Heute ist er Doktorand im Loewe-Zentrum für Synthetische Mikrobiologie in Marburg in der Arbeitsgruppe von Torsten Waldminghaus (Chromosomenbiologie).

MARXTAL-Kristallisationslabor (für Preisträger)

Marian Vogt, Doktorand, Synmikro, Philipps-Universität Marburg

Das in Zusammenarbeit mit Marburger Forschungsgruppen und dem LOEWE-Zentrum für Synthetische Mikrobiologie ins Leben gerufene MARXTAL– Kristallisationslabor stellt sich mit Hilfe von Hochdurchsatz- Kristallisationsrobotik den Herausforderungen der modernen Strukturbiologie. Der Schwerpunkt dieser Robotik hat zum Ziel, das gegenwärtig bestehende Problem der Erzeugung von Proteinkristallen anspruchsvoller Targetproteine, welches als Flaschenhals der Proteinstrukturbestimmung angesehen wird, durch Screenen zahlreicher Kristallisationsbedingungen im Hochdurchsatzmaßstab zu lösen. Hierzu stehen Geräte zur Durchführung von Kristallisationsexperimenten, zum Handling von Kristallisationsbedingungen, zur kontinuierlichen Dokumentation der Kristallisationstropfen sowie zur ersten Charakterisierung erhaltener Kristalle mittels Röntgenstrahlung zur Verfügung.

Marian Vogt studierte in Marburg Biologie mit Schwerpunkt Biochemie und Strukturbiologie. Seine Masterarbeit absolvierte er im Labor von Gert Bange am LOEWE-Zentrum für Synthetische Mikrobiologie, in der er sich mit den molekularen Mechanismen der bakteriellen stringent response beschäftigte. Anschließend begann er seine Doktorarbeit bei Prof. Lars-Oliver Essen am Fachbereich Chemie der Uni Marburg. Hier arbeitet er an der Biosynthese und Modellierung der Zellwand von Pilzen.

Molekulare Embryologie (für Preisträger)

Dr. Barbara Kostron / Janina Schwenty-Lara, Akademische Rätin / Doktorandin, Zoologie, Abteilung Molekulare Embryologie

Die Führung startet am "Dozenteneingang" des Hörsaals, führt vorbei an einigen älteren zoologischen Präparaten zur modernen Froschhaltung und endet schließlich in modern ausgestatteten S1-Laboren.

"Wir untersuchen diese Aspekte in der Entwicklung des afrikanischen Krallenfrosches Xenopus laevis, aber auch an humanen Zellen in Zellkultur oder an Neuralleistenzellen-Explantaten. In unseren Laboren kommen Methoden der Zellbiologie, der Molekularbiologie und mikroskopische Techniken zur Anwendung – wir arbeiten auf der Ebene von RNA, DNA oder Proteinen. Die Expression von bestimmten Genen wird durch In-situ-Hybridisierung sichtbar gemacht. Wir betrachten die Auswirkung von Überexpression oder Knock-down von bestimmten Genen (RNA-Injektionen in Ein- bis Vierzellstadien) in der Entwicklung von Xenopus-Embryonen. Die Expression von fluoreszierenden Fusionsproteinen kann im Gewebe live betrachtet werden."

Frau Janina Schwenty-Lara hat an der Philipps-Universität Biologie und Englisch für Lehramt studiert und ihre wissenschaftliche Examensarbeit in der AG angefertigt. Dabei hat sie die Forschung so begeistert, dass sie für eine Doktorarbeit geblieben ist.

Frau Dr. Barabara Kostron hat Biologie (Diplom) in München studiert und ist über Nashville, die TU Darmstadt und die Uni Heidelberg an die Uni Marburg gelangt. Seit 2009 hat Sie eine Akademische Ratsstelle inne und ist vor allem in der Lehre tätig.

Marburger Zentrum für Interaktion, Dynamik und Struktur biomolekularer Komplexe (für Preisträger)

Prof. Dr. Gert Bange, Professor, Synmikro und Fachbereich Chemie

Das Marburger Zentrum für Interaktion, Dynamik und Struktur biomolekularer Komplexe des LOEWE-Zentrums für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO) analysiert mit Hilfe von Kristallografie, Elektronenmikroskopie und Wasserstoff-Deuterium Austausch Massenspektrometrie (HDX-MS) die Struktur und Dynamik von Proteinen und makromolekularen Komplexen. Ziel ist das molekulare Verständnis der Mechanismen des Lebens bei maximaler Auflösung. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.synmikro.com

Prof. Dr. Bange studierte Biochemie an den Universitäten Halle/Saale und Oulu (Finnland). Nach Promotion und Postdoc-Phase an der Universität Heidelberg arbeitete Dr. Bange als unabhängiger Nachwuchsgruppenleiter am SYNMIKRO. Seit 2018 ist Gert Bange Professor für System-Biochemie am Fachbereiche Chemie und SYNMIKRO der Philipps-Universität Marburg. Siehe auch: www.bangelab.org

Prokaryotic Small RNA Biology (für Preisträger)

Dr. Lennart Randau, Max Planck Research Group Leader, MPI for Terrestrial Microbiology

"Our research is aimed at understanding the processing of small RNAs involved in the defense against integrative elements (e.g. viruses) in Bacteria and Archaea. First, we investigate the RNAs that play the central role in the prokaryotic CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) immune system. Second, we study the evolution of diverse disruptive elements within archaeal transfer RNA (tRNA) genes. These systems will be exploited for the modulation of prokaryotic immunity and the creation of gene knock-down technology. Our research uses an interdisciplinary approach combining computational, biochemical and microbiological techniques."

Lennart Randau wurde 1978 geboren, hat Biologie an der TU Braunschweig studiert und das Studium 2002 mit dem Diplom abgeschlossen. Für seine Promotion blieb er in Braunschweig und erhielt 2006 den Doktortitel (Dr. rer. nat.). Von 2006-2010 war er als Postdoc an der Yale University in New Haven, USA, und wurde 2010 zum Leiter der Max Planck Research Group "Prokaryotic Small RNA Biology" am Max-Planck-Insitut für terrestrische Mikrobiologie ernannt, die er bis heute leitet.

Genetik (für Preisträger)

Prof. Dr. Michael Bölker, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, AG Genetik

Herrn Prof. Bölkers Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der molekularen Regulation der Zellmorphologie und der Zytokinese in Pilzen und der Regulation der Genexpression durch post- transkriptionelle Mechanismen.

Michael Bölker wurde 1956 in Hamburg geboren und vom Hamburger Abendblatt 1970 zum klügsten Hamburger Jugendlichen gekürt. Nach dem Studium der Biochemie in Tübingen und Berlin erhielt er 1987 sein Diplom und promovierte 1991 zum Dr. rer. nat. an der Freien Universität Berlin. Anschließend arbeitete er als Postdoc am Institut für Genbiologische Forschung Berlin und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Genetik und Mikrobiologie der Ludwig-Maximilians- Universität München. 1996 wurde er für das Fach Genetik habilitiert und nahm 1997 einen Ruf auf die Professur für Genetik am Fachbereich Biologie der Philipps-Universität Marburg an. Seit 2010 ist er Mitglied des LOEWE-Zentrums für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO). 2012 wurde er zum Vertrauensdozenten der Studienstiftung des Deutschen Volkes ernannt. An der Philipps-Universität Marburg diente er als Dekan des Fachbereichs Biologie und als Stellvertretender Direktor der Marburg Research Academy (MARA).

Grüne Schule (für Lehrkräfte)

Dr. Kerstin Demuth, Leiterin Grüne Schule, Botanischer Garten

Die Grüne Schule bietet als außerschulischer Lernort ein breites Spektrum an Aktivitäten an. Die Kurse richten sich an Kindergartenkinder bis hin zu Oberstufenklassen. Auch werden Kurse für Lehrer angeboten. Dabei sind pflanzenpysiologische, molekularbiologische, systematische oder ökologische Themen mit von der Tagesordnung. Hierbei nutzt die Grüne Schule die Nähe zum Botanischen Garten. Für mehr Informationen www.uni-marburg.de/botgart/gruene_schule

Dr. Kerstin Demuth studierte Biologie in Marburg und promovierte im Fach Botanik. Anschließend war sie im Naturschutz tätig. Seit 2001 arbeitet sie in der Grünen Schule des Botanischen Gartens Marburg, deren Leiterin sie seit 2009 ist.